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Wo das Papier zu Hause ist

-Ein Projekttag mit der Talentgruppe Werken in der Papiermühle Homburg

 

In der historischen Papiermühle Homburg in Homburg am Main wird auf ganz traditionelle Weise Papier gemacht. Als Papiermacher in fünfter Generation stellt Johannes Follmer echte handgeschöpfte Büttenpapiere in seiner kleinen Manufaktur her - Blatt für Blatt ein Unikat. Die Werkstatt ist integriert in das Museum Papiermühle Homburg, das nach öffentlich geförderten Restaurierungsmaßnahmen im Jahre 1997 eröffnete.

Einzigartig in Bayern ist, dass die komplette technische Anlage in den Produktionsräumen der Mühle erhalten ist.

 

Und so starteten wir unseren Projekttag mit einem Rundgang durch die Mühle. Gearbeitet wurde unmittelbar neben den Wohnräumen in allen Etagen. Herr Follmer, der als Kind noch diese Räume bewohnte, konnte uns durch zahlreiche Geschichten ein authentisches Bild der Lebensgewohnheiten der ehemaligen Mühlenbewohner vermitteln. Zu sehen waren neben Werkzeugen und Utensilien auch viele Maschinen aus dem 19. und 20. Jahrhundert vor allem ein sogenannter „Holländer“, eine Zerfaserungsmaschine für Papierrohstoffe wie Lumpen, Hanf, Baumwolle und altes Papier. Wasser und Wasserkraft sind zwei wichtige Voraussetzungen zur Papierherstellung. Eindrucksvoll waren das große Mühlrad und die laufenden Kleinmaschinen. So erlebten wir Lärm und Technik „live“.

 

Nach einem köstlichen Mittagessen, das uns von der Hausfamilie serviert wurde, schloss sich der praktische Teil des Tages an – wir durften unser eigenes Papier herstellen. Schöpfen – Gautschen – Pressen – Trocknen – dies sind die wichtigsten Arbeitsschritte in der manuellen Papierherstellung. Doch was sich so einfach anhört, erweist sich im Arbeitsprozess als sehr aufwändig. Die Schüler bewiesen nach einer kurzen Einweisung hohes Fingerspitzengefühl. Bald wurden die Bütten getauscht, Farbexperimente vorgenommen und verschiedene Siebe ausprobiert. Einige Papiere wurden mit zerschredderten Euroscheinen verfeinert. Die Zeit verging wie im Flug. Mit vielen Sinneseindrücken verließen wir diesen idyllisch gelegenen Ort.

 

An diesem Tag konnten wir die Geschichte der Mühle nicht nur sehen, sondern auch erleben und fühlen. Wir bedanken uns herzlich bei Johannes Follmer, der uns fachmännisch und einfühlsam durch diesen interessanten Tag begleitet hat.

 

Alexandra Scheuber

 

 

 

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