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Weltweit geachtet – zur Feierstunde anlässlich

des 98. GEBURTSTAGS von RUTH WEISS 

in Nürnberg

 

Wenn eine Person fast ein ganzes Jahrhundert erlebt hat, ist allein das schon außergewöhnlich. Hat dieser Mensch jedoch zusätzlich noch eine sehr bewegte Lebensgeschichte hinter sich und macht sich auch im hohen Alter noch auf, davon zu erzählen und zu schreiben, verdient das großen Respekt.

Die Namensgeberin unserer Realschule, Ruth Weiss, ist so ein besonderer Mensch.

Nur allzu verständlich also, dass dieser Frau anlässlich ihres 98. Geburtstags abermals große Ehren zuteil wurden. Anlässlich einer Feierstunde auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg erhielt sie die Festschrift „Wandernde zwischen den Welten. Erinnerungen und Betrachtungen aus vier Kontinenten“. Erstellt wurde die Festschrift von der Exil-PEN, einer Sektion des berühmten Schriftstellerverbandes, in der sich vorwiegend Autorinnen und Autoren versammelt haben, die aus politischen Gründen ihre Heimat verließen oder verlassen mussten und der Ruth Weiss Gesellschaft, die das Bemühen der genannten Autorin für eine Gesellschaft von Toleranz, Menschlichkeit und ohne Rassismus unterstützt. Auf 600 Seiten schrieben befreundete Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre Gedanken zu und Erfahrungen mit Ruth Weiss nieder. Die Zahl kam dabei nicht von ungefähr. Genau diese Nummer trug der Saal, in welchem im November 1945 die Hauptkriegsverbrecherprozesse gegen führende Vertreter der Nationalsozialisten stattfanden.

Exakt an diesem geschichtsträchtigen Ort fand man sich am 05.07.2022 ein, begleitet von Grußworten der Nürnberger und Fürther Oberbürgermeister Marcus König sowie Thomas Jung. Prof. Andrei Markovits von der Universität Michigan, ein Politikwissenschaftler und Soziologe, hielt die Laudatio. Ruth Weiss selbst sprach an diesem Tag passenderweise zu den damals wie heute hochaktuellen Themen Vorurteile, Diskriminierung und Hass. Zitat: „Vorurteile werden im Kindesalter von den Eltern an die Kinder weitergegeben und man kann diese nur im Kindesalter abbauen, da tragen auch die Schulen dazu bei.“

Die Schulen im Allgemeinen und wir als Ruth-Weiss-Realschule haben also einmal mehr den Auftrag erhalten, entsprechend zu handeln. Auch damit ein Saal 600 wie in seiner damaligen Form hoffentlich niemals mehr nötig wird und die Banalität des Bösen - gemäß Hannah Arendt - sich nie wieder so zeigt wie in den dunklen Jahren des sogenannten Dritten Reichs.

 Bild 1: Ruth Weiss

 Bild 2: Anni Kropf (links) und Ruth Weiss (rechts)

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